Medienphänomen FC Bayern

Samstag, 2. Juni 2012 | Veranstaltung im Programm
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Uli HoeneßKaum ein Macher im deutschen Fußball versteht es, so zu polarisieren und zu provozieren wie Uli Hoeneß. Er begeistert selbst Teile des dem FC Bayern München abgeneigten Publikums, wenn er glühenden Hauptes und mit voller Inbrunst  über den Erfolg dieser weltweit bekannten Marke parliert. Im Gespräch mit Hörfunk-Legende Manni Breuckmann erklärte  der Präsident das „Medienphänomen FC Bayern München“.

Der 19. Mai ist ein Tag, an den sich  Uli Hoeneß nicht gerne erinnert. Im  eigenen Stadion haben die Bayern  das Finale der Champions League  verloren. Nun müsse ein „Einschnitt“  folgen, meint Hoeneß zwei Wochen  nach dem Drama. „Wir dürfen in den  nächsten Jahren nicht überall groß  ‚Mia san Mia‘ draufschreiben, solange  bis wir wieder vor Borussia Dortmund  stehen“, sagt er und bläst im  gleichen Atemzug zur Jagd auf die  Gelb-Schwarzen.

Ein wenig Zurückhaltung, lautet die  Anweisung – aber nicht allzu viel.  Die Münchener Streitkultur, die der  60-Jährige größtenteils mitgeprägt  hat, ist ihm heilig. Sie soll unentwegt  polarisieren. Leitfiguren wie Philipp  Lahm oder Bastian Schweinsteiger  dürfen auch künftig „Kante zeigen“,  sagt Hoeneß. „Wir wollen mündige  Fußballer, keine Langweiler.“

Im Gegenzug stellt Hoeneß hohe Ansprüche  an den Journalismus. Ein Interview  bekommen nur jene Sportreporter,  „die pfiffig sind und sich total  mit der Sache identifizieren.“ Diese  Auswahlkriterien haben sich in seinen  Augen bewährt, um das Maß an  Öffentlichkeit zu steuern. So erfüllt er  etwa jedem zehnten Journalisten den  Wunsch nach einem Interview.  Hoeneß hat die Medien im Griff , er  spielt mit ihnen – selbst bei Tiefschlägen.  „Ja, es macht immer noch Spaß,  Präsident des FC Bayern zu sein.“

[aus "nestbeschmutzer" 1/2012]

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Über die Dokumentation

Die Dokumentation der Jahreskonferenz 2012 von netzwerk recherche erscheint in diesem Jahr in Form eines Blogs. Berichte, Fotos, Videos und Podcasts werden während der Konferenz zusammengetragen und eingestellt.

Erstellt wurde die Dokumentation von Studentinnen und Studenten der Deutschen Journalistenschule in München, Stipendiaten der JONA (Journalistische Nachwuchsförderung) der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Studienstipendienprogramm "Medienvielfalt, anders" der Heinrich Böll-Stiftung, Journalistik-Student/innen der Katholischen Universität Eichstätt, Volontärinnen und Volontäre aus Bremen – von den Bremer Tageszeitungen, dem Stader Tageblatt und Radio Bremen, Studenten des Studiengangs Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Hamburg.
Unterstützt wurde die Konferenzorganisation auch von Volontärinnen und Volontären des NDR und aus den WAZ-Redaktionen.