Der Skandal und die Sau

Samstag, 2. Juni 2012 | Veranstaltung im Programm
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War es eine Medienkampagne oder der echte Wille um Aufklärung? Vier prominente Journalisten blicken auf die Affäre Wulff zurück

Die Medien stehen in der Kritik. Spätestens seit der Wulff-Affäre wird ihnen  vorgeworfen, sie würden nicht nur aufklären, sondern in erster Linie  Skandale fördern, Krawall-Journalismus zu betreiben. In der Diskussion mit Georg Mascolo (Der Spiegel), Christian Bommarius (Berliner Zeitung), Jacob Augstein (Publizist) und Volker Zastrow (FAZ) ist immer wieder von der Sau die Rede, die durch das Dorf getrieben und von allen Einwohnern begafft wird. „Wir brauchen die Sau, weil wir davon leben“, sagt  Bommarius.

Ein wahres Mastschwein haben die Medien Anfang dieses Jahres gefunden: Christian Wulff.   „Was war nun los im Falle Wullf?“, fragt Moderatorin Ines Pohl von der taz. Die vier leitenden Redakteure versichern, es habe sich nicht um eine Medienkampagne gegen Wulff gehandelt.

Moderatorin Pohl bringt das Schlagwort des Boulevards in die Diskussion.  Die vier Kollegen versuchen eine Definition für “boulevardisiert” zu finden. Einigen können sie sich nicht. Dafür sind sie sich sicher:  Die Zeitung der 80er Jahre würde heute niemand mehr lesen. Format und Sprache müssten an die heutige Gesellschaft angepasst werden.

Viel Prominenz, viele Fragen, doch nur wenig Ergebnisse – das ist das Fazit der Diskussion. Am Schluss lässt sich Augstein  zu einem medienkritischen Statement hinreißen: „Der wahre Skandal ist… der, von dem wir alle wissen, aber über den niemand spricht.“

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Über die Dokumentation

Die Dokumentation der Jahreskonferenz 2012 von netzwerk recherche erscheint in diesem Jahr in Form eines Blogs. Berichte, Fotos, Videos und Podcasts werden während der Konferenz zusammengetragen und eingestellt.

Erstellt wurde die Dokumentation von Studentinnen und Studenten der Deutschen Journalistenschule in München, Stipendiaten der JONA (Journalistische Nachwuchsförderung) der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Studienstipendienprogramm "Medienvielfalt, anders" der Heinrich Böll-Stiftung, Journalistik-Student/innen der Katholischen Universität Eichstätt, Volontärinnen und Volontäre aus Bremen – von den Bremer Tageszeitungen, dem Stader Tageblatt und Radio Bremen, Studenten des Studiengangs Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Hamburg.
Unterstützt wurde die Konferenzorganisation auch von Volontärinnen und Volontären des NDR und aus den WAZ-Redaktionen.